BENE –  eine Erfolgsgeschichte

„Kontakt aufbauen – Dialog ermöglichen – Bindung stärken“: Das Magazin des Bistums Essen hat ein klares publizistisches Konzept

Es war ein ungewöhnliches Projekt, das der Bischof selbst mit einem Brief bekannt gab: Alle Katholiken im Bistum Essen erhielten im Dezember 2013 das Schreiben Franz-Josef Overbecks. Darin kündigte er an, dass das Ruhrbistum künftig regelmäßig ein kostenloses Mitgliedermagazin herausgebe, das „in dieser Form erstmals in einem deutschen Bistum“ zu finden sei. Wenig später landete BENE, so der Titel der neuen Zeitschrift, zum ersten Mal in den Briefkästen aller katholischen Haushalte zwischen Rhein und Lenne. Jedes Jahr gibt es nun insgesamt fünf Ausgaben.

Mit der Publikation verfolgte das Bistum Essen ein klares Ziel, nämlich mit allen Katholiken im Ruhrbistum kontinuierlich in Kontakt zu treten. Nicht nur mit denen, die sich regelmäßig und aktiv in der Kirche engagieren, sondern vor allem mit der großen Mehrheit derer, die zwar katholisch sind, die Kirchensteuer zahlen, aber nur wenig bis keinen Kontakt mehr zu ihrer Kirche suchen.

Anfangs war dies noch ein völlig neuer Weg der Kommunikation. Schließlich kannte man bis dahin deutschlandweit nur klassische Bistumszeitungen. Zielgruppe dieser Wochenblätter: die aktiven Kirchgänger. Und so ist BENE eben nicht Ersatz oder Nachfolgeprodukt der Ende 2013 eingestellten Essener Bistumszeitung RuhrWort – das Konzept ist grundlegend anders.

In BENE präsentiert sich das Ruhrbistum als Kirche, die einen wachen Blick für die Lebenswirklichkeit hat, offen für Vielfalt und nahe bei den Menschen ist. Mit zeitgemäßen Themen im modernen Layout will das Magazin unterhalten, informieren und neue Lust auf Glaubensthemen machen. Im Fokus stehen Menschen, die aktiv gestalten, sich für andere einsetzen, sich als Teil der Gemeinschaft einbringen und so zum Gelingen menschlichen Lebens und Miteinanders beitragen.

„BENE“ bedeutet „gut“

Ganz im Sinne des Titels – „bene“ heißt „gut“ auf Italienisch – ist die redaktionelle Philosophie des Magazins, lebensbejahende Geschichten zu erzählen. Das Gute steht im Mittelpunkt. Gerade mit Blick auf die hohe Zahl von Leserinnen und Lesern, die inzwischen kaum mehr Kontakt zu ihrer Kirche haben, will die Redaktion keine Kirchenklischees bedienen. Ziel ist es vielmehr, mit den Themen die Lebenswelt und Einstellungen der Leserinnen und Leser widerzuspiegeln und so mit ihnen in Kontakt zu treten.

Auch die Leserinnen und Leser von BENE finden ihrerseits verschiedene Wege, um sich mit der Redaktion der Zeitschrift und dem Bistum Essen in Verbindung zu setzen – und sie nutzen sie intensiv. Sie schreiben Leserbriefe per Post oder als E-Mail, nutzen das Lesertelefon, die Facebook-Präsenz oder die Internetseite.

Viele der Rückmeldungen zeigen, dass sich die Leserinnen und Leser gründlich mit den einzelnen Inhalten und Themen auseinandersetzen. Für andere ist BENE eine Brücke, um über Religion, Kirche oder persönliche Probleme ins Gespräch zu kommen. Das zeigt, dass die Menschen, die mit BENE in Kontakt treten, ein hohes Vertrauen haben.

Auch die Resonanz, die die Protagonisten aus den BENE-Beiträgen erreichen, ist eine deutliche Bestärkung. Ob Beiträge über die Domschatzkammer oder Interviews mit Kirchenvertretern, Politikern, Künstlern oder Wissenschaftlern – überall gab es nach der BENE-Berichterstattung erhöhtes Interesse und Austausch.

Für über eine halbe Millionen Haushalte

Jede Ausgabe geht namentlich adressiert per Post direkt an über 500.000 katholische Haushalte im Ruhrbistum. Hinzu kommen knapp 1.000 Magazine für die rund 270 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Essen, mehrere hundert Hefte für die Gästezimmer der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ und des Kardinal-Hengsbach-Hauses sowie für die Schriftenstände von Familienbildungsstätten, Krankenhäusern, Schulen, City-Pastoral-Projekten und weiteren katholischen Einrichtungen. Unter www.bene-magazin.de  lassen sich alle Ausgaben der Zeitschrift auch digital durchblättern. Das ist ebenso über die BENE-App für Smartphones und Tablet-Computer möglich.

Die Kosten für das Mitgliedermagazin belaufen sich auf insgesamt 1,6 Millionen Euro pro Jahr – das sind knapp 3 Euro pro Katholik im Bistum Essen. Jedes BENE-Heft kostet inklusive aller Kosten (Druck, Vertrieb, Redaktion) rund 0,60 Euro.

Dass das Geld gut angelegt ist, haben auch zwei Studien gezeigt. Die schon sehr positiven Ergebnisse einer ersten repräsentativen Leserbefragung, die das Nürnberger Meinungsforschungsinstitut xit im Frühjahr 2014 im Auftrag des Bistums Essen und der MDG Medien-Dienstleistung GmbH in München erstellt hatte, konnten bei einer neuerlichen Umfrage noch zum Teil deutlich gesteigert werden.

Demnach freuen sich mehr als 88 Prozent der Leserinnen und Leser über die Kontaktaufnahme der Kirche durch BENE (2014: 85 Prozent). 91 Prozent bescheinigen dem Magazin eine hohe Qualität (2014: 82 Prozent) und 81 Prozent bemerken eine große Themenvielfalt (2014: 72 Prozent). Die Verständlichkeit der Artikel und Beiträge wird von knapp 98 Prozent als positiv bewertet, die Artikel von der überwiegenden Mehrheit (Mehr als 90 Prozent) als interessant eingestuft. Mit einer nochmals gesteigerten Leserquote von 68 Prozent (2014: knapp 57 Prozent) und einer Erinnerungsquote von 94 Prozent (2014: 86 Prozent) wird BENE von den Leserinnen und Lesern sehr bewusst wahrgenommen.

Was als ungewöhnliches Projekt gestartet ist, hat sich nicht nur längst im Bistum Essen bewährt – sondern auch darüber hinaus Schule gemacht: Auch ein paar andere Bistümer geben mittlerweile Mitgliedermagazine heraus oder planen dies. Gut fünf Jahre nach der Premiere für BENE, erhielt die Zeitschrift im Januar 2019 eine besondere Auszeichnung. Die Deutsche Post AG kürte BENE zum „Besten Kundenmagazin Deutschlands“.
Ulrich Lota