Betrifft

Neugierig bleiben!

Die BENE-Redaktion bekommt viel Post – hauptsächlich elektronische. Darin gibt es Anregungen, Lob und manchmal auch Tadel. Aber wir haben natürlich auch Leser, die lieber einen Brief schreiben – weil sie es so gewohnt sind, oder weil ihnen keine elektronischen Geräte zum Versenden von E-Mails zur Verfügung stehen. So war das auch bei Anni aus Bottrop – bis jetzt …

Anni ist 88 Jahre alt. Sie schrieb uns einen Brief, ganz akurat auf ihrer Schreibmaschine, und machte uns darauf aufmerksam, wir mögen bitten daran denken, dass – auch wenn es sich oft so anhöre – „nicht alle Menschen mit Smartphone oder Tablet ausgerüstet sind“. Sie war in unserer Ausgabe 14 auf einen interessanten Artikel über Wien gestoßen und konnte in Ermangelung eines Internet-Anschlusses keine weiterführenden Informationen unter www.wien.info/de abrufen. Und dann fehlte ihr auch eine Telefonnummer im Impressum, unter der sie uns hätte anrufen und weiteres hätte erfragen können …

In Zeiten von nahezu flächendeckender Vernetzung waren wir von BENE sicher, dass es ausreichend und angemessen sei, einmal wöchentlich das BENE-Telefon (siehe Seite 3) als direkten Draht in die Redaktion anzubieten – und unsere Erfahrung hat gezeigt: Der Mehrheit unserer Leser genügt das. Die meisten schreiben uns eine Mail oder treten über unsere Online-Seite mit uns in Kontakt. Aber wir räumen ein: Die meisten sind nicht alle! Und deshalb wird es unsere allgemeine Telefonnummer natürlich ab sofort auch im Impressum geben. Für alle Fälle …

Leserin Anni hat sich übrigens der neuen elektronischen Welt gestellt. „Ich habe immer gedacht, ich brauche das nicht, aber diese Welle hat mich einfach überrollt. Nun habe ich mir doch ein Tablet gekauft und hampele noch damit herum.“

Wir wollten natürlich wissen, wer diese mutige 88-Jährige ist und besuchten Anni in Bottrop. „Ich telefoniere gerne und ich schreibe gern“, erzählt sie uns. „Ich habe immer viel mitzuteilen.“ Dass sie sich das Tablet gekauft hat, kann sie irgendwie selbst noch gar nicht so richtig glauben. Es ist ihr fremd, aber sie gibt nicht so schnell auf. „Es gibt viele alte Menschen, denen es genauso geht wie mir. Wir werden einfach übergangen oder nicht für voll genommen.“

Anni hat sich ein Handbuch gekauft, studiert Schritt für Schritt, was und vor allem wie sie etwas im Internet machen kann. „Ich bin sehr neugierig“, schmunzelt sie, während ihre Finger über die Anwenderoberfläche wischen. Wir zeigen ihr unsere BENE-Homepage, besuchen die Internet-Seite des Aachener Doms, wo sie vor Jahrzehnten geheiratet hat. Die bunten, anschaulichen Beispiele hinterlassen dann doch einen nachhaltigen Eindruck bei ihr. „Ich werde es noch lernen“, verkündet Anni selbstsicher. „Auch wenn ich ohne leben könnte …“ Wir von BENE sind jedenfalls gespannt, wann wir die erste E-Mail von Anni bekommen. Und spätestens dann – versprochen – telefonieren wir wieder!

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