Querbeet

Lieber Vogelstimmen als Smartphone

Das Ruhrgebiet ist für Thomas Dörmann eine Herzenssache. Bei jeder Gelegenheit treibt es ihn raus – in die Industrienatur, wie er es nennt. Der 49-jährige Autor aus Waltrop hat sich jetzt auf die Suche nach grünen Glücksorten gemacht, getreu dem Motto „Du gehst raus und blühst auf“. Sein Buch „Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet“ ist im Droste-Verlag erschienen (14,99 Euro). Er schreibt auch einen eigenen Blog: „www.ruhrpottblick.de“ und wir von BENe haben mit ihm über seine Arbeit gesprochen.

BENE: Den Ruhrpott verbindet man mit „Glückauf“ – also mit dem Bergbau. Wie  kamen Sie auf die „grünen Glücksorte“?
Dörmann: Ich sehe mich als grünen Botschafter. Das Ruhrgebiet ist ja nicht nur
Industriekultur, sondern auch ganz viel Industrienatur. Von der Haldenlandschaft bis zu Parks, Wiesen, Bächen und Seen – der grüne Wandel ist voll im Gange. Ich habe mich zunächst an den alten Industriebrachen orientiert. Dann habe ich weiter nach unentdeckten Nischen geschaut. Hier gibt es je nach Jahreszeit herrlich bunte, beruhigende  und wilde Landschaften – sie dienen im besten Sinne der Entspannung und Entschleunigung – grüne Glücksorte also!

BENE: Brauchen wir Glücksorte, weil wir heute tendentiell unglücklicher sind?

Dörmann: Früher ist man in die Natur gegangen und hatte diese Glückmomente. Das ist in unserer schnellebigen, digitalisierten Welt etwas verloren gegangen. Ich habe mir das, auch mit diesem Buch, ein bisschen wieder zurück erobert. Den Moment genießen, langsamer werden, das hat für mich einen hohen Wert. Ich glaube aber nicht, dass wir tendentiell unglücklicher sind, wir bewegen uns auf solch hohem Niveau! Wichtig finde ich, dass wir unsere Umgebung mit natürlichen Lauten und Geräuschen, wie Vogelstimmen wieder wahrnehmen. Das geht nicht, wenn man ständig auf sein Smartphone guckt.

BENE: Was waren die Kriterien für die Auswahl Ihrer grünen Glücksorte?
Dörmann: Ich habe die 80 abgebildeten Orte mehrfach besucht, um mir den besten Eindruck zu verschaffen. Es ging mir darum, Impulse zu geben: Hier kann man nach Feierabend mal kurz „umme Ecke“ gehen und ist im Grünen. Ganz spontan!                                             I jul

 

 

 

 

 

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