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„Eine Kraft in mir, die mich leitet“

Multitalent Daniel Donskoy bei einer Lesung im Rahmen der lit.RUHR in Essen. Foto: © Anna Spindelndreier

Dezember 2025

5 Fragen an Schauspieler und Autor Daniel Donskoy 

„EINE KRAFT IN MIR, DIE MICH LEITET“

Mit Feuereifer geht er seinem Beruf nach: Daniel Donskoy stand bereits als Schauspieler für internationale Produktionen vor der Kamera, spielte unter anderem in New York Theater. Geboren 1990 in Moskau, wuchs der Sohn einer Ukrainerin und eines Russen in Berlin und Tel Aviv auf. In Deutschland war er 2018 als Pfarrer in der RTL-Serie „Saint Maik“ zu sehen, 2021 moderierte er die preisgekrönte ARD-Talkshow „Freitagnacht Jews“, in der er mit jüdischen Gästen über ihre Kultur sprach. Jetzt startet Donskoy als Autor durch: In seinem Debütroman „Brennen“ verarbeitet er sein rasantes Leben zwischen verschie-denen Kulturen. Sein Buch stellte der 35-Jährige auf der lit.RUHR in Essen vor. BENE-Redakteurin Kathrin Brüggemann sprach im Rahmen des Literaturfestivals mit ihm.

BENE: In Ihrem Roman geht es um einen  jungen Mann, der seinem Jugendfreund aus Tel Aviv von seinen zahlreichen Reisen erzählt. Dabei geht es auch um lodernde Kriege und Krisen, die ihn verängstigen, aber nicht davon abhalten, sein Leben auszukosten. Das Buch enthält viel von Ihnen persönlich. Warum 
ist Ihnen das wichtig?

Daniel Donskoy: Ich war kurz vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine in Russland, um dort zu arbeiten. Da habe ich Panzer Richtung Ukraine rollen sehen, was mich maximal irritiert und verängstigt hat. Ich war nicht nur zum Filmdreh in Russland. Ich wollte in dem Land, in dem ich geboren wurde, nach Wurzeln suchen. Doch anstatt Verankerung zu finden, bin ich auf Vernichtung gestoßen. Wenig später sollte ich einen Artikel für ein Magazin über meine Erfahrungen in Russland schreiben. Schnell hatte ich 40 Seiten zusammen – zu viel für einen Artikel. Mit einem Roman habe ich die Chance, dem Lesepublikum eine emotionale Tür zu öffnen in komplizierte Welten.  
 
Um mit der Kraft der Kunst etwas zu bewirken?  

Ich hoffe, dass ich mit meinem Buch dazu beitragen kann, dass Menschen wieder mitfühlender sind und sich nicht von Hass und Hetze leiten lassen. Wir leben alle in verschiedenen Welten, aber unsere Gefühle sind universell. Das ist im Kern, was ich vermitteln will. 
 
Woher kommt der Antrieb für Ihre Projekte?  

Ich habe eine Kraft in mir, auf die ich mich verlasse und von der ich mich leiten lasse. Woher diese Kraft kommt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich ein sehr unglücklicher Mensch wäre, wenn ich versuchen würde, all dem nicht nachzugehen. Glücklicherweise habe ich einen Beruf, in dem ich mich in verschiedenen Bereichen der Kunst bewegen kann. Am Ende geht es darum, spannende und berührende Geschichten zu erzählen. 
 
Sie sind viel unterwegs. Kommen Sie auch mal zur Ruhe?  

Ich habe mich dazu entschieden, zu akzeptieren, dass mein Leben in Bewegung stattfindet. Ich bin ein sehr energiegeladener Mensch. Ich muss jeden Tag zum Sport gehen, brauche das maximale Lebendigkeitsgefühl.  
 
In Ihrem Roman geht’s auch um die Kirche. Es heißt dort: „Die Kirche hat Fehler gemacht, aber der Glaube ist rein.“ Entspricht das auch Ihrer Haltung? 

Manchmal bin ich ein wenig neidisch darauf, wenn Menschen von ihrem Glauben getragen werden und daraus Stärke ziehen können. Ich habe gläubige Men- schen in der Familie und im Bekanntenkreis – die sind zum Teil entspannter als ich, weil sie darauf vertrauen, dass alles gut wird. Aber ob es nun der Glaube an sich selbst und die Liebe zu dem, was man tut, ist oder der Glaube an Gott – vielleicht ist das gar nicht so unterschiedlich. 

 

 

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