Lebensart

So feiern wir Advent und Weihnachten

Die Weihnachtsmärkte habe ihre Pforten geöffnet, viele haben den ersten Glühwein getrunken, das ein oder andere Geschenk gekauft, die Adventsdekoration steht griffbereit –  jetzt beginnt die besinnliche Zeit – hoffentlich! Um uns ein bisschen einzustimmen, was das eigentlich bedeutet, haben wir uns mit Pastor Marius Schmitz aus Gelsenkirchen getroffen. Er verrät uns, was an der Advents- und Weihnachtszeit so besonders ist und wie wir sie besinnlich und schön gestalten können. Und was die Weihnachtsgeschichte so wundersam macht, haben wir auch noch für Euch aufgezeichnet...

Lauter wundersame Dinge

Die Weihnachtsgeschichte – märchenhaft, mystisch, berührend und beispiellos

Die Evangelisten Lukas und Matthäus haben sie uns hinterlassen. Mit Botschaften, aus denen wir bis heute Kraft für unseren Glauben ziehen.

Maria und Josef - ein unerschrockenes Paar
Volkszählung im gesamten römischen Reich, angeordnet von Kaiser Augustus, schreibt Lukas. Auch Josef und Maria, die bereits hochschwanger ist, mussten sich auf den Weg machen – von Nazareth nach Bethlehem. Gut vorstellbar, dass alle Herbergen überfüllt waren, wenn die gesamte Bevölkerung eines „Regierungsbezirks“ gleichzeitig eine Unterkunft sucht. Die beiden fanden keine feste Bleibe für die Geburt. Dann musste alles sehr schnell gehen. Es gab nur noch einen Futtertrog, eine Krippe, in die sie das Neugeborene legen konnten. Was für eine Anstrengung vor allem für die Mutter! Ein gemütlicher Stall mit Heu und Stroh ist übrigens nicht überliefert.

Woher kamen die ganzen Tiere?
Wie gesagt, von einem mit Tieren gefüllten Stall ist im Lukasevangelium nicht die Rede. Bei Matthäus heißt es zwar, dass die Sterndeuter „in das Haus“ gingen. Aber auch hier keine Spur von irgendwelchen Tieren. Dass zu unseren heutigen Krippendarstellungen Tiere gehören, hängt wohl mit der Erwähnung der Hirten zusammen. Und schon im alten Testament wies der Prophet Jesaja auf Ochs und Esel im Zusammenhang mit der Krippe des Herrn hin. Das hat die spätere Überlieferung der Weihnachtsgeschichte sicher beeinflust.

Zeichen am Himmel: der Engel und die Hirten

Die Hirten hielten draußen auf dem Feld Nachtwache, als Ihnen ein Engel erschien. Der sagte ihnen, dass der Retter der Menschen, der Messias, geboren sei. Klar, dass sich die Hirten auf den Weg machten. Warum die Hirten diesen göttlichen Hinweis bekamen? Sie waren einfache und arme Leute. Jesus wurde in einfachsten Verhältnissen geboren. Er teilte das Schicksal der Armen. Ihnen galt also die Zuwendung Gottes an erster Stelle. Und deshalb erfuhren sie von der Geburt Jesu auch als erste.

Gottes Sohn ist Mensch geworden
Göttlicher Wille, Hoffen auf Erlösung, Warten auf den Retter, den Heiland oder Messias: Das hat die Menschen in früheren Jahrtausenden bewegt. Davon sind die alttestamentlichen Quellen voll. Und dann passiert es: Jesus wird geboren. Wir verstehen seine Geburt als Zeichen, dass Gott den Menschen unbedingt nah sein und ihnen helfen will. Gott kommt sozusagen auf Augenhöhe zu uns. Jesus ist einer von uns, der wie ein Mensch fühlt und denkt und trotz aller Zweifel auf Gott vertraut – bis in den Tod.

Die Jungfrau Maria
Dass Jesus durch das Wirken des Heiligen Geistes gezeugt worden sein soll, ist wundersam – aus heutiger Sicht. Aber die Botschaft dahinter ist wundervoll: Sie drückt aus, dass Jesus nicht allein menschlichen Ursprungs, sondern von Anfang an Gottes Sohn ist. Das wörtlich zu nehmen, fällt heutzutage schwer. Aber wenn wir nur glauben können, was sich naturwissenschaftlich nachvollziehen lässt ... was trauen wir Gott dann überhaupt noch zu? Ist nicht vielleicht das größere Wunder, dass es uns und die ganze Welt überhaupt gibt? Und hinter der „Jungfräulichkeit“ steckt auch eine besondere Botschaft. Sie ist im übertragenen Sinne auch eine innere Haltung: Also die Bereitschaft zu verzichten, um ganz frei zu sein, das zu tun, wozu man glaubt, von Gott berufen zu sein.

Die Weisen aus dem Morgenland und der besondere Stern
Wo eine so besondere Geburt gefeiwrt wird, dürfen Gäste nicht fehlen, vor allem, die, die die frohe Kunde verbreiten können. Deshalb sind die „Weisen aus dem Morgenland“, die erst viel später als Heilige Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar bezeichnet werden, so wichtig. Sie waren eigentlich Sterndeuter und zeigten durch ihre wertvollen Geschenke (Gold, Weihrauch, Myrrhe), für wie bedeutsam sie die Geburt Jesu hielten. Dass sie nach Bethlehem aufbrachen, ist wohl einer Himmelserscheinung zu verdanken. Astronomen unserer Zeit haben herausgefunden, dass es zu der Zeit tatsächlich eine ganz besondere Planetenbegegnung gegeben haben soll, eine leuchtende Konstellation am Himmel, die die Weisen an den Ort des Geschehens führte. Ein göttliches Zeichen, dass man sich nicht schöner ausmalen könnte. Klingt wunderbar, oder?

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