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Alles auf Anfang! Nochmal ganz neu durchstarten

Irmingard Degen aus Essen bietet Speed Dating ab 55 an. Foto: Bine Bellmann

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!

Irmingard Degen aus Essen gibt Singles ab 55 die Chances auf das große Glück

Sobald sie die Stoppuhr startet, beginnt das „Speed Dating“: eine organisierte Veranstaltung, bei der alleinstehende Frauen und Männer die Gelegenheit haben, mehrere Menschen in kurzer Zeit kennenzulernen. „Liebe ist nicht nur etwas für junge Leute“, betont Irmingard Degen. „Eine Paarbeziehung stärkt das seelische Gleichgewicht und die Gesundheit. Davon profitieren auch ältere Semester.“

Die 65-Jährige lädt pro Treffen je zehn bis zwölf Männer in ein Café in Essen oder Mülheim ein. Zu Beginn der Veranstaltung weist sie jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer einen Platz an einem Tisch zu. „Ich rate dazu, ohne feste Erwartungen zu kommen“, so die Heilpraktikerin und Dozentin für Psychosomatik. „Im besten Fall lernt man einen Partner oder eine Partnerin fürs Leben kennen. In jedem Fall hat man eine schöne Zeit, in der man interessante Gespräche führt.“

Ein Gespräch dauert sieben Minuten. Danach stoppt Irmingard Degen die Zeit und bittet die Männer, sich einen Tisch weiterzusetzen. Die Frauen dürfen sitzenbleiben und den nächsten Kandidaten begrüßen. Nach den Gesprächen kreuzt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer auf einem Notizzettel an, wen sie oder er wiedersehen möchte. Wenn man einen Tag später von Irmingard Degen angerufen wird, darf man sich freuen: Dann hat derjenige, den man angekreuzt hat, ebenfalls Interesse an einem Kennenlernen. „Obwohl man nur sieben Minuten hat, kann man viel über jemanden erfahren, wenn man die Zeit intensiv nutzt“, so die Essenerin, die selbst schon mal an einem Speed Dating teilgenommen hat. „Die Ansprüche, die man an eine Partnerschaft hat, ändern sich im Alter“, sagt sie. „Auf Kompromisse haben viele keine Lust mehr. Das kann jedoch bei der Suche hinderlich sein. Offenheit für Neues ist hilfreich.“

Sie führte bereits 24 Treffen mit mehr als 400 Menschen durch. Die meisten waren zwischen 60 und 75 Jahre alt. Acht Mal traf Amors Pfeil dabei ins Schwarze! Zum Beispiel bei Marion (62) aus Essen und Ralf (65) aus Moers. Die beiden seien seit vier Jahren ein Paar, erzählt die Liebesbotin. Die Beziehung wirke sich positiv auf Ralfs Gesundheitszustand aus. Er leide an der Nervenkrankheit Polyneuropathie. Seit er mit Marion zusammen sei, gehe es ihm besser denn je. „Gegenseitiges Vertrauen und ein wohlwollender Umgang miteinander können tatsächlich heilsam sein“, glaubt Irmingard Degen.

In Erinnerung geblieben ist ihr allerdings auch die bisher älteste Teilnehmerin: eine 88-jährige Frau aus Bochum, die viele Verehrer hatte. „Aber sie sagte am Telefon zu mir: Ach, wissen Sie was, ich will gar keinen Partner mehr. Ich habe eine große Familie, ich verreise viel, das reicht mir. Ich hatte gehofft, dass ich nochmal ein Kribbeln im Bauch spüre, aber das war leider bei keinem der Männer der Fall.“

Irmingard Degen ist es ein Anliegen, Alleinstehenden Hoffnung zu geben. Auch sie selbst war lange Single. Nach ihrer Scheidung zog sie ihren Sohn allein groß – Zeit für die Liebe blieb nicht. Dann traf sie vor zwei Jahren zufällig einen Kollegen wieder, mit dem sie vor 40 Jahren zusammengearbeitet hatte und verliebte sich in ihn. „Damals wäre aus uns kein Paar geworden“, sagt sie. „Heute passt es zwischen uns dafür umso besser. Wir wissen, was wir wollen und können das auch ganz klar kommunizieren. Und wir sind toleranter geworden, so dass wir uns mehr auf das Verbindende als auf das Trennende fokussieren. Das Alter hat also auchVorteile. Ich kann sagen, dass ich jetztdie beste Zeit meines Lebens habe.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Internetseite www.speed-dating-ab-55.de und bei Irmingard Degen unter der Telefonnummer 02054 1257485.

 

WEITERLAUFEN UND GESUND BLEIBEN

Manfred Koke ist mit 68 fit wie nie

Beim Fototermin mit BENE im Kaisergarten Oberhausen musste Manfred Koke (68) mehrere Male hin und her laufen, über den liegenden Fotografen springen und Treppenstufen erklimmen. Danach war er nicht mal ansatzweise außer Atem. „Das war nur das Aufwärmtraining“, sagt er auf der Stelle trippelnd. „Heute Abend steht das richtige Training an.“

Zweimal pro Woche trifft sich der alleinstehende Rentner mit einer Laufgruppe zum Joggen. Eine Stunde lang geht es dann durch unterschiedliche Parkanlagen im Ruhrgebiet. „Danach fühle ich mich rechtschaffend müde und kann herrlich schlafen“, schwärmt er. „Wenn man so vor sich hin galoppiert wie eine Dampfmaschine, bekommt man den Kopf frei.“

Vor seiner Rente saß Manfred Koke als Transportfahrer für Backwaren den ganzen Tag hinter dem Lenkrad, machte überhaupt keinen Sport. Erst als er nicht mehr arbeiten musste, suchte er sich eine neue Herausforderung. Mit dem Lauftraining begann er ganz langsam. Seine Trainerin gab ihm die Einheiten vor: Zwei Minuten gehen, zwei Minuten rennen und das immer im Wechsel. „Danach war ich ganz schön aus der Puste“, erinnert er sich. Aber er trainierte weiter, ermuntert von dem Zuspruch der Gruppe.

Drei Monate später konnte er ohne Probleme 30 Minuten durchlaufen. Weitere drei Monate später waren es dann schon 60 Minuten. Einen ZehnKilometer-Lauf schaffte er in einer Stunde und 24 Minuten. „Da war ich schon stolz auf mich“, gibt er schmunzelnd zu. Sein nächstes und wichtigstes Ziel sei es, weiterzulaufen und gesund zu bleiben.

Mehr Informationen zur Laufschule Oberhausen unter www.lauf-ob.de

Texte Kathrin Brüggemann

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