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Zu Besuch auf dem Klosterberghof in Essen

 Landwirt Andreas Martens
Mehr als 100 Eier sammeln Landwirt Andreas Martens (vorn) und seine Mitarbeiter täglich ein. Foto: Achim Pohl

Ei, ei, ei – was für ein Gegacker! Auf den weitläufigen Wiesen des Klosterberghofs in Essen versammeln sich Dutzende Hühner um Landwirt Andreas Martens und seine Mitarbeiter Dominik Golik und Thorsten Schmidt. Martens ist Betriebsleiter des Klosterberghofs, einer Einrichtung der Franz Sales Werkstätten. Geduldig zeigt er seinen Angestellten, wie man das flatternde Federvieh mit Futter versorgt, frische Eier aus dem Legebereich fischt und die beiden Hühnermobile sauber hält.

Ein Hühnermobil ist ein Stall, der den Legehennen ein sicheres, flexibles und komfortables Zuhause bietet. „Wir versetzen die Mobile regelmäßig von Wiese zu Wiese“, erklärt Andreas Martens. „So haben unsere Hühner immer frisches Gras. Und wir schonen den Boden.“ Auf dem Dach des modernen Tierhotels erzeugt eine Photovoltaik-Anlage Strom. Für diese nachhaltige Art der Energiegewinnung und für die Bio-Landwirtschaft mit ökologischem Anbau erhielt der 30 Hektar große Klosterberghof bereits den Essener Klimaschutzpreis. „Ich arbeite gern hier“, sagt Dominik Golik. Ein Huhn hockt ruhig auf seiner Schulter. Der 23-Jährige lacht fröhlich.

Das Vertrauen der Tiere zu gewinnen, scheint ihm leichtzufallen. Er kümmert sich mit viel Hingabe um Hühner, Hasen und Rinder, kuppelt Maschinen ab und an, lernt das Treckerfahren. Im Kuhstall säubert er mit einer Bürste die Wassertränken der Ochsen. „Wir wollen ja auch nicht aus einem dreckigen Glas trinken“, stellt er dabei schmunzelnd fest. Sein Wunsch ist es, später selbst als Bauer zu arbeiten. „Dominik möchte bald eine Fachwerkerausbildung machen. Das ist eine abgespeckte Form der Vollausbildung zum Landwirt“, sagt Andreas Martens zufrieden.

Martens setzt sich seit 1995 dafür ein, Menschen mit Unterstützungsbedarf die Chance auf eine gute Zukunft zu geben. „Das liegt mir am Herzen“, erzählt er. „Ich bin mit einer Tante aufgewachsen, die das Downsyndrom hatte. Damals reifte in mir die Idee, die Landwirtschaft und beeinträchtigte Menschen zusammenzubringen.“ Die Arbeit an der frischen Luft, der Umgang
mit den Tieren und die geregelten Strukturen schenke den Beschäftigten innere Ruhe, Kraft und Ausgeglichenheit.

Auf dem Hof gibt es vielfältige Tätigkeiten – da ist für jeden etwas dabei. Brian Klapproth hat sich für die Arbeit im Hofladen entschieden. Er verkauft seit zweieinhalb Jahren mehr als 30 verschiedene Gemüsesorten, Obst, Getreide, Kartoffeln und Eier. Viele Produkte stammen aus dem eigenen Anbau. Der junge Mann hat alles im Griff. Freundlich unterhält er sich mit einer Kundin. Die Einkäufe verstaut er ordentlich in einem Jutebeutel. „Ich kann gut reden und mit
Menschen umgehen“, sagt er. „Das ist voll mein Ding.“

Bald soll neben dem Hofladen ein gemütliches Hofcafé entstehen. Ein Ort, an dem sich Besucherinnen und Besucher ausruhen und eine kleine Auszeit am Essener Stadtrand genießen können.Informationen zur Entstehung des Klosterberghofs, zu den Öffnungszeiten des Hofladens und zur Spendenmöglichkeit finden Sie im Internet auf der Seite

www.klosterberghof.de

Text Kathrin Brüggemann

 

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