Bestimmung

Der Bergbau geht - wir erinnern uns

Der ehemalige Bergleute Udo Schwamborn (62) aus Essen-Karnap sorgen dafür, dass das Gedenken an Kumpel, Kohle und Maloche nicht in Schutt und Asche gelegt wird.

Der Rentner, der in drei Garagen und in seinem Keller mehr als 1500 Bergbauschätze hütet, stellt seine Relikte in Kirchen, Kindergärten, Schulen und Altenheimen unter dem Motto
„Wenn die Augen eines Bergmanns leuchten“ aus. Leuchtende Augen hat der Familienvater auch, wenn er an seine Einsätze als Grubenwehrmann zurückdenkt. „Ohne Kameradschaft wäre das überhaupt nicht möglich, da muss einer für den anderen einstehen. Unter Tage waren wir alle Kumpels, da waren alle gleich.“ Bis zu 1200 Meter unter der Erde riskierte er 35 Jahre lang sein Leben für Mensch und Material. Er rettete schwerverletzte Bergmänner, barg Verstorbene, löschte Brände: Passiert ist ihm nie etwas. „Vor jedem Einsatz habe ich dafür gebetet, dass ich heil wieder da herauskomme“, erinnert sich der gelernte Metzger.

Als Udo Schwamborn von der Schließung der letzten Zeche im Ruhrgebiet erfuhr, war das fu?r ihn wie ein Stich ins Herz. „Es hat sich so angefühlt, als wenn mir jemand ein Stück meines Lebens nimmt“, sagt er leise. Das Thema geht ihm sichtlich unter die Haut. „Ich werde auf ewig ein Bergmann sein. Deshalb habe ich mir vor 20 Jahren das Grubenwehr-Tattoo stechen lassen.“ Ihm liegt es am Herzen, dass die Kultur des Bergbaus weitergetragen wird, dass seine Kinder und Kindeskinder wissen, wie hart die Bergmänner geschuftet haben. Sein Ziel: einen dauerhaften, festen Ausstellungsort für seine wertvollen Schätze zu finden.

 

 

 

Kommentare

  1. Fritz Pamp am 30.03.2018
    Für die Formulierung des ersten Satzes hat der Autor einen Orden verdient.

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