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Und jetzt ein Kinderheim für Kamerun!

Burglind Werres wurde in Mamfe überall herzlich empfangen.

Wenn Burglind Werres von einer Idee überzeugt ist, ist sie kaum zu bremsen. Der ein oder andere BENE-Leser wird sich an die engagierte 63-Jährige erinnern, die vor zwei Jahren mit dem Kameruner Pastor Constant Leke das Hilfsprojekt „Mamfe Charity“ ins Leben rief. Gemeinsam planten sie Aktionen, sammelten Gelder und Sachspenden für die Diözese im Südwesten Kameruns. Vor allem der afrikanisch-stämmige Gemeindechor „In His Presence“ ist seither über Mülheims Grenzen hinaus bekannt. Natürlich singt Burglind Werres dort mit – als einzige Weiße unter Schwarzen. Die Lebensfreude und die Fröhlichkeit der Kameruner haben es ihr angetan. Im Februar erfüllte sich für sie ein Traum: Sie reiste mit Pastor Leke in dessen Heimatland und lernte Menschen und Kultur noch besser kennen. Tief beeindruckt kam sie zurück. Und fasste schon im Flieger nach Hause einen Plan: Lasst uns dort ein Kinderheim bauen!

Vor allem die Erzählungen über die Vollwaisen ließen sie nicht mehr los. „Ich habe auch einige Straßenkinder gesehen“, berichtet Burglind Werres. Viele Eltern sterben früh, es gibt viele Aids- Waisen, bestätigt Pastor Leke. Rund um die Region, in der das Kinderheim entstehen soll, ein Ort namens Fontem, schätzt er die Zahl der Waisen auf etwa 300.

„Wenn man die Not dort gesehen hat, weiß man erst mal, wie gut es uns geht“, erzählt Werres. Wasserknappheit, Stromausfälle, extrem schlechte Straßen, hohe Lebensmittelpreise, Hitze – so lautet die nüchterne Beschreibung. Die emotionale fällt anders aus: „Es ist laut, es ist bunt, die Menschen heißen einen willkommen und man hat das Gefühl, sie meinen es auch so. Es wird gesungen und spontan getanzt - das habe ich auch gemacht“, lacht Burglind Werres. Die Gottesdienste hinterlassen ebenfalls Eindruck. Es gibt jeden Tag in jedem Ort eine oder mehrere Frühmessen. „Die sind voll und es sind alle Altersgruppen da. Jeden Tag wurde der Kreuzweg gegangen. Und eine Messe ohne Chor – das gibt es nicht!“

Burglind Werres lernt Land und Leute intensiv kennen, spricht mit den Einheimischen, mit Lehrern, mit Priestern, dem Bischof von Mamfe, mit Ärzten, mit Müttern, Vätern und Kindern. Sie besucht Märkte, Kranken- und Gemeindehäuser, wird überall mit Herzenswärme aufgenommen.

Davon will sie nun etwas zurückgeben. „Wir feiern das Jahr der Barmherzigkeit. Da müssen wir was tun!“ Umgerechnet 50 000 Euro kalkuliert Pastor Leke für den Bau eines Kinderheims. Damit wäre für rund zehn bis zwölf Jungen und Mädchen gesorgt. Derzeit kümmert sich Werres um die notwendigen juristischen Maßnahmen. „Wir sind dabei, einen Verein genau zu diesem Zweck zu gründen. „Mamfe Charity e.V.“ soll so schnell wie möglich die Lizenz zum Spendensammeln bekommen. „Good Samaritan Children‘s Home“ sollen das Projekt und das künftige Kinderheim heißen. Das passende Logo hat die gelernte Pharmazeutisch-Technische Assistentin Werres übrigens auch gestaltet. Ein Herz, das ein jüngeres und ein älteres Kind, die Hand in Hand gehen, liebevoll umschmiegt und einrahmt – alles in den Farben Kameruns. Botschaft angekommen! Nun also spenden!

Text Jutta Laege I Fotos Achim Pohl, privat

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