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Himmlische Heilige: Wer sind die „14 Nothelfer?“

Foto: shutterstock.com/Maxim Maksutov

HIMMLISCHE VERSICHERUNGSGESELLSCHAFT

Wer sind die „14 Nothelfer“?

Krisen an vielen Ecken, ein nebelhaftes Gefühl der Angst geht um. In Comicheften taucht in solchen Momenten immer ein Superheld, eine Superheldin auf. So schwört Batman am Grab seiner Eltern, seine Heimatstadt Gotham City vom Bo?sen zu befreien – und wird dann zum Helden. Die Formel lautet: Er oder sie folgt einer Berufung, bewährt sich unter Einsatz des eigenen Lebens im Kampf und bringt so die Welt wieder ins Gleichgewicht. Ihr Mut, ihr Verhalten angesichts der Gefahr macht Heldinnen und Helden zum Vorbild für das eigene Leben. Solche Menschen gibt es Gott sei Dank nicht nur in Comics. In der Katholischen Kirche nennt man sie Heilige. Im Mittelalter kristallisierte sich eine Gruppe heraus, die ähnlich einer Versicherungsgemeinschaft alle Alltagssorgen und -nöte abdeckte: die 14 Nothelfer. Was hat es mit diesen 14 auf sich? Was ist das Besondere an ihnen? Und wozu braucht man sie? Alles Wissenswerte zu den 14 Nothelfern hat BENE zusammen- gefasst.

Superheldinnen und -helden des Mittelalters

Die Kirche hat die Sehnsucht nach Orientierung im Glauben schon früh erkannt und in der „Legenda aurea“ („Goldene Legende“) Geschichten über Vorbilder und Lehrmeister gesammelt: Menschen, deren Mut, deren Festhalten an Gott angesichts von Gefahren und Todesdrohungen sie zum Vorbild für das eigene Leben machen. Im Mittelalter nahmen vor allem Christus und die seinem Ideal folgenden Märtyrer, Menschen, die für ihren Glauben gestorben sind, diese Rolle ein.

Ihre Lebensgeschichten enthalten viele Erzählmotive einer Heldengeschichte – von der Berufung über die Bewährung bis zur Aufopferung und zum Triumph über das Böse. Sie waren die Superhelden des Mittelalters.

Was hat es mit den Nothelfern auf sich?

Es ist kein Zufall, dass sich das Nothelfermodell im Mittelalter herausgebildet hat. In Europa wütete im 13. und 14. Jahrhundert die Pest und kostete viele Menschenleben. Heiligenverehrung war ein zentraler Bestandteil der damaligen Leidensbewältigung. Und die 14 Nothelfer sind das wohl eleganteste Modell, das sich im Zuge der katholischen Heiligenverehrung herausgebildet hat. Die Gedanke dahinter: Wenn es hilft, in der Not EINEN Heiligen anzurufen, wie viel größer ist die Hilfe dann bei mehreren Heiligen gleichzeitig? Die 14 dienten als Vorbilder, boten Orientierung und machten Mut.

Ein Gotteshaus für ein Wunder

Es gibt die Legende, dass in Oberfranken eine todkranke Magd nach Anrufung der 14 Nothelfer vollständig geheilt wurde. Diese frohe Kunde verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Land und lockte immer mehr Menschen an. Die Geburtsstunde des Wallfahrtsortes „Vierzehnheiligen“. Die Mönche vom Orden der Zisterzienser ließen im Jahr 1774 zwischen Bad Staffelstein und Lichtenfels in Oberfranken ein imposantes Gotteshaus zu Ehren der 14 Nothelfer errichten. Jährlich pilgert auch heute noch bis zu einer halben Million Gläubige zur Wallfahrtskirche.

Die BENE-Top-3 der Nothelfer

1. Barbara wurde von ihrem Vater in einem Turm gefangen gehalten. Auf der Flucht vor ihm soll sie durch eine Bergspalte entkommen, aber wieder eingefangen und im Jahr 306 getötet worden sein. Barbaras Bergerfahrung machte sie später zur Schutzheiligen der Bergleute. Sie behütet die Kumpel bei ihrer oft gefahrvollen Arbeit in den Bergwerken und Gruben und wird alljährlich am 4. Dezember, dem Barbaratag, besonders gefeiert. Deswegen wurde und wird sie auch heute noch besonders im Ruhrgebiet verehrt.

2. Christophorus soll einen Jungen über einen Fluss getragen haben. Am anderen Ufer gab sich das Kind als Christus zu erkennen und taufte ihn. Christophorus starb im Jahr 250 als Märtyrer und ist der Schutzpatron der Reisenden. In katholischen Kirchen stehen oft Statuen von ihm in Eingangsnähe: Ein Blick ins Gotteshaus, ein Stoßgebet, schon kann die Reise sicher fortgesetzt werden. Im Vertrauen auf eine gute Fahrt klebt in manchen Autos eine Christophorus-Plakette.

3. Blasius soll einen Jungen vor dem Ersticken durch Fischgräten gerettet haben. Er war Bischof und wurde während der Christenverfolgung um 316 unter dem römischen Kaiser Diokletian hingerichtet. Er ist Nothelfer bei Halsschmerzen, Husten und Erstickungsgefahr. Davor soll auch der Blasiussegen schützen, der am 3. Februar in vielen katholischen Kirchen angeboten wird.

Perfekt fürs nächste TV-Quiz

Falls Günther Jauch anruft und Sie als „Wer wird Millionär“- Telefonjoker zu den 14 Nothelfern befragt, könnte diese Eselsbrücke aus dem 17. Jahrhundert nützlich sein:

Blasius bringt wegen Halsweh Fürbitt’ dar
Georg ist anzurufen in Kriegs-Gefahr
Erasmus für Darm und Leibesschmerzen
Vitus, ein großer Freund der Kinder-Herzen
Pantaleon, Patron der Ärzte.

Bei Gott mächtig:
Christophorus, für Hagel und Wetter beschützt er kräftig
Dionysus in Hauptweh wird gerufen an
Cyriacus von Teufel Besess’nen helfen kann
Achatius – dem christlichen Kriegsvolk hilft er behänd
Eustachius Betrübnis in der Ehe abwend’t
Ägidius hilft zu Erkenntnis heimlicher Sünd
Margaretha – wo Teufelslist ein Zugang find’t
Katharina – wenn Weisheit im Studieren mangelt

Text Jürgen Flatken

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