Kirche kann auch öko

Wie läuft der Energieeinkauf?

Über eine externe Beratungsgesellschaft erhält das Bistum, respektive die Pfarreien, seit 2012 besonders günstige Angebote für Strom, Gas und Fernwärme. Das ist nur bei großen Abnahmemengen möglich. Die Preise sind die, mit denen an der Strombörse gehandelt wird.

Guter Start:

Im Jahr 2012 machte die Pfarrei St. Medardus Lüdenscheid den Anfang. Bereits im ersten Jahr lagen die Preis-Einsparungen bei 15 Prozent. Andere Pfarreien folgten, was den Effekt hat, dass sich die Preise aufgrund zusätzlicher Abnahmemengen weiter reduzierten.

Schöner Nebeneffekt:

Der Strom kommt von 100-prozentigen Ökostrom-Anbietern, die sogar bessere Angebote als herkömmliche Anbieter machen. Letztere, so monieren vor allem Umweltverbände, liefern häufig einen für den Verbraucher schwer durchschaubaren Mix aus Grün- und Grau-Strom – also nicht wirklich Ökostrom.

Was wurde bisher erreicht?

Seit 2013 verbrauchten die beteiligten Pfarreien und das Bistum pro Jahr etwa fünf Millionen Kilowattstunden (kWh). Sie gaben dafür 150 000 Euro pro Jahr weniger aus. Auch die Gaslieferungen kosteten deutlich weniger dank der neuen Einkaufsmethode: 15 Pfarrgemeinden benötigten 15 Millionen kWh im Jahr, sparten 70 000 Euro ein. Bisher wurden über die sogenannten „Projektrunden“ insgesamt 650 000 Euro eingespart.

Wie geht es weiter?

Alle Pfarreien im Bistum wurden über das Energieprojekt informiert. Verantwortliche vor Ort können sich beim Bistum Rat einholen (Ulrich Engelmeier, Klaudius Krusch, Tel: 0201-2204-347 oder 366). Eine neue Verhandlungsrunde an der Strombörse steht in diesem Herbst an. Je mehr Pfarrei- en und kirchliche Einrichtungen sich beteiligen, desto preiswerter wird es für alle.

Energiesparen jetzt!

Von der günstigen Preispolitik abgesehen appellieren die Verantwortlichen an alle, das Thema Energiesparen ernst zu nehmen. Die Energieagentur NRW hat dazu einen praktischen Leitfaden herausgegeben, wie man in Kirchengemeinden Energiesparen kann. Das nützt der Umwelt, der Schöpfung und dem Haushalt und ist am Ende sicher ein nennenswerter Beitrag zum Sparprozess im Bistum Essen.

Text: Jutta Laege